NBA Playgrounds – Test

Sport ist Mord. Das gilt beim Arcade-Basketballspiel NBA Playgrounds insbesondere, wenn ihr das heimliche Vorbild NBA Jam nie gespielt habt und euch deswegen erstmal mit der Steuerung vertraut machen müsst.

Das rudimentäre Tutorial verrät euch zwar, wie Pässe, Würfe und Alley-Oops funktionieren, viele Feinheiten müsst ihr euch jedoch selbst erarbeiten. Wie Dunks gelingen, wo der Unterschied zum Lay-Off liegt und wie ihr die Lottery-Picks (temporäre Power-Ups) aktiviert. Warum einige Moves in Zeitlupe zelebriert werden und andere nicht. Wie die KI-Gegner so unglaublich coole Sprünge hinbekommen. All das bleibt anfangs unklar — was Einsteiger nicht nur verwirrt, sondern vor allem demotiviert.

NBA Playgrounds erfordert Einarbeitungszeit, nicht zuletzt, weil das Timing eine noch wichtigere Rolle spielt als in NBA Jam. Haltet ihr den Wurf-Button zu lang gedrückt, pfeffert ihn der Spieler gegen das Brett. Lasst ihr zu früh los, trifft der Ball den Ring. Es dauert eine Weile, bis ihr dafür ein (Fein-)Gefühl entwickelt. Habt ihr das aber einmal verinnerlicht, gelingen auch gewagtere Würfe. Dann siegt die Freude auch über den anfänglichen Frust. Zumindest kurzzeitig.

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Bei gefüllter Ausdauerleiste erhaltet ihr ein zufälliges Power-Up, zum Beispiel einen Shot-Ball, der zu 100% den Korb trifft.

Im Karrieremodus dribbelt ihr euch in 2vs2-Duellen durch sechs Locations, die allesamt mit schönen Courts inklusive Hintergrundkulisse aufwarten. Weniger schön ist, dass es nur einen Schwierigkeitsgrad gibt, zumal die KI ab der vierten Karrierestufe brutal anzieht, indem sie nur noch perfekte Würfe (+1 Punkt) erzielt und euch permanent den Ball mopst. Umgekehrt ist es beinahe unmöglich, eurerseits einen Steal zu landen.

„Einsteiger werden nicht nur verwirrt, sondern vor allem demotiviert.“

Trotzdem lohnt es sich – Achtung Wortwitz -, am Ball zu bleiben. Denn mit jedem gewonnenen oder verlorenen Match gewinnt ihr Erfahrungspunkte. Steigt ihr eine Stufe auf, erhaltet ihr neue Charakter-Booster. Somit schaltet ihr wie in einem Sammelkartenspiel nach und nach ehemalige und aktuelle Basketballprofis frei. Diese sammeln ebenfalls XP, auch wenn das kaum Auswirkungen auf ihre Stats hat.

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Jede Location ist hübsch gestaltet. In Shanghai dribbelt ihr unter Kirschblütenbäumen.

Die Karriere könnt ihr wahlweise mit einem Kumpel im Koop gegen die KI spielen, oder ihr scharrt gleich drei Freunde um euch für eine 2vs2-Partie. Alternativ könnt ihr euch im Onlinemodus gegen Spieler auf der ganzen Welt messen. Achtung: Bei der Switch-Version fehlt der Multiplayer bislang noch und soll per Update nachgereicht werden.

Würze bringen die bereits angesprochenen Power-Ups, von denen ihr in jeder Karriere-Stufe weitere freischaltet. Habt ihr durch gelungene Würfe und Teamaktionen eure Spezialleiste gefüllt, erhaltet ihr einen zufälligen Bonus, etwa kurzzeitig unendlich Ausdauer.

Das ist zwar nützlich, optisch jedoch nicht gerade spektakulär inszeniert. Generell präsentiert sich NBA Playgrounds zwar stilsicher, aber verhalten. Die Kinnlade wird euch jedenfalls nicht herunterklappen. Allein deswegen, weil jeder Sprint Ausdauer kostet, die sich erst wieder aufladen muss. Ausdauer ist aber wichtig, um coole Moves zu landen. Mit dieser Designentscheidung stellt sich das Spiel selbst ein Bein.

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Schön bunt, aber grafisch keine Augenweide. Das gilt such für die wenig spektakulären Moves.

NBA Playgrounds ist sehr einsteigerunfreundlich, es fehlt ein umfangreiches Tutorial für Einsteiger. Zudem ist der Schwierigkeitsgrad unausgegoren. Wer sich jedoch einmal eingefuchst hat, kann durchaus viel Spaß haben. Hinsichtlich der Moves und der Präsentation fehlt leider der Wow-Faktor. Wer NBA Jam mochte, sollte sich NBA Playgrounds auf jeden Fall mal anschauen und selbst weniger Basketball-affine Zocker werden sicherlich die Faszination des akrobatisch aufgemotzten Arcade-Spiels durchblitzen sehen. Diese Faszination wird aber vermutlich nicht von langer Dauer sein.

6

Geht so

2 Kommentare zu „NBA Playgrounds – Test

  1. Ich habe NBA Jam geliebt. NBA Playgrounds ist ganz ok, aber wie gesagt am Anfang ganz schön frustrierend. Der Preis von 20€ ist ok.

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