Snake Pass – Test

In Snake Pass müsst ihr wie eine Schlange denken – weil ihr eine seid. Und das birgt einige Komplikationen bei Fortbewegung und Steuerung, ist aber auch die Grundlage für ein außergewöhnliches Spielprinzip.

In 15 verschiedenen Levels gilt es, drei Farbsteine zu sammeln und somit das Portal zur nächsten Welt zu öffnen. Dazu müsst ihr euch um Bambusröhren schlängeln und diverse, äußerst simple Schalterrätsel lösen. Über Abgründe hilft euch euer Kolibri-Begleiter, indem er euch auf Knopfdruck auf die andere Seite trägt.

Das Ende eines Levels zu erreichen ist aufgrund der zwar präzisen, aber gewöhnungsbedürftigen Steuerung anfangs gar nicht so leicht. Schließlich könnt ihr nicht laufen, sondern müsst euch mit Zickzack-Kriechbewegungen in Schwung bringen. Hängt ihr am Bambus, ist es erforderlich, einerseits die Körpermuskeln anzuspannen, andererseits aber auch den Kopf zu heben, um nach oben zu gelangen. Das erfordert viel Übung, entfacht aber auch ungeheuer den eigenen Ehrgeiz.

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Drei Dimensionssteine müssen gesammelt werden, um ins nächste Level zu kommen.

Wer besonders motiviert ist, kann in jedem Level 25 blaue Kügelchen sowie fünf teils gut versteckte goldene Münzen sammeln. Da es je Level nur ein paar Speicherpunkte gibt und ihr alle eingeheimsten Extras nach dem Tod veliert, steckt in Snake Pass durchaus ein gewisses Frustpotenzial. Trotzdem verzeiht das Physiksystem kleinere Fehler, selten gibt es unfaire Passagen. Wenn ihr sterbt, wisst ihr meist, wo der Fehler lag.

Das Schlangendasein hat bereits nach 5-6 Stunden ein Ende, dann habt ihr alles gesehen. Das ist schade, zumal Snake Pass nicht viel aus seinen Möglichkeiten macht. So gleichen sich die Kulissen zu sehr, spannende Gameplay-Elemente wie Wind, der euch in Abgründe bläst, fehlen beinahe vollkommen. Obendrein wurde der Time Attack-Modus in der Switch-Version beschnitten. Ein Update, das die Zeitrennen nachreichen sollte, lässt bis heute auf sich warten.

Optisch präsentiert sich das Reptilien-Abenteuer hübsch, es könnte aber noch viel hübscher sein, wenn die Auflösung nicht so gering wäre. Vor allem im Handheld-Modus wirkt das Geschehen sehr verschwommen, als hätte man eine falsche Brille auf der Rübe. Kein Wunder, schließlich haben die Entwickler die Switch-Version in wenigen Tagen aus der Hüfte geschossen. Hier bleibt Spielraum für Optimierungen.

Snake Pass überzeugt mit einem erfrischend neuen Spielprinzip und ist allein deswegen eine Empfehlung wert. Leider fehlen dem Titel pfiffige Ideen, coole Rätsel um die Gameplaymechanik des Schlangendaseins zu stricken. Ich würde mir daher in Zukunft Updates mit neuen Leveln wünschen. Wer für unkonventionelle Abenteuer offen ist, sollte zuschlagen.

7

Gut

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